Mittwoch, 31. Dezember 2008

Selbstverteidigung? Krieg ist Mord!



Der Lieblingssatz von Schlägern und Mördern vor Gericht: "Ich habe mich nur verteidigt". Mit dieser Behauptung werden auch die Bombardements des Gazastreifens gerechtfertigt. Der Vergleich hinkt? Sicher. Denn die verantwortlichen israelischen Politiker und Militärs müssen sich nicht als Kriegsverbrecher vor einem internationalen Gerichtshof verantworten.

Israel "verteidigt" sich übrigens nicht nur gegen Palästinenser [Neusprech für: Terroristen]. Genau so tapfer übt sich das israelische Militär in Selbstverteidigung gegen ein kleines Boot mit medizinischen Hilfsgütern (potentielle Piraten) und gegen ausländische Journalisten (könnten die Wahrheit schreiben).
Auch vor der bekannten kriminellen Vereinigung "Waffenruhe, Feuerpause & Co." ist das Land nun dank des weisen Ratschlusses seines Sicherheitskabinetts geschützt.

"Nur noch Wolken hindern Israelis am Einmarsch in den Gazastreifen", mutmaßt der Schweizer "Tagesanzeiger", ein international bekanntes Fachblatt für Bodenoffensiven und Bleigießen. Noch ist allerdings nicht klar, ob es sich bei der Bewölkung um ein vom Iran gelenktes Störmanöver handelt, oder ob Ehud Barak nur ein Furz quer gesessen hat.

P.S.: Zu den Stimmen aus Deutschland, die Israels Krieg begrüßen, bemerkte der israelische Historiker Moshe Zuckermann treffend, diese verursachten den "Ekel, den ich schon immer empfunden habe, wenn sich der furor teutonicus aus der Ferne am Opferleid von anderen ergötzt hat. Mit Israel-Solidarität hat das gar nichts zu tun."

Mehr im Internet:
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Mittwoch, 24. Dezember 2008

Making Christmas

Tom Waits als einzigen Weihnachtsliedersingerdürfer proklamiert zu haben, war voreilig. Das düstre "Making Christmas"-Cover von "Rise Against" kann mithalten.

Der Song stammt aus dem genialen Stop-Motion-Filmmusical "Nightmare before Christmas" von Tim Burton. Gruseln und mitsingen (Text):



Hier der Text:

[CLOWN]
This time, this time

[GROUP]
Making Christmas

[CLOWN]
Making Christmas

[MAYOR]
Making Christmas, making Christmas
Is so fine

[GROUP]
It's ours this time
And won't the cildren be surprised
It's ours this time

[CORPSE CHILD]
Making Christmas

[MUMMY]
Making Christmas

[MUMMY & CORPSE CHILD]
Making Christmas

[WITCHES]
Time to give them something fun

[WITCHES & CREATURE LADY]
They'll talk about for years to come

[GROUP]
Let's have a cheer from everyone
It's time to party

[DUCK TOY]
Making Christmas, making Christmas

[VAMPIRES]
Snakes and mice get wrapped up so nice
With spiders legs and pretty bows

[VAMPIRES & WINGED DEMON]
It's ours this time

[CORPSE FATHER]
All together, that and this

[CORPSE FATHER & WEREWOLF]
With all our tricks we're

[CORPSE FATHER, WEREWOLF & DEVIL]
Making Christmastime

[WEREWOLF]
Here comes jack

[JACK]
I don't believe what's happening to me
My hopes, my dreams, my fantasies
Hee, hee, hee, hee

[HARLEQUIN]
Won't they be impressed, I am a genius
See how I transform the old rat
Into a most delightful hat

[JACK]
Hmm, my compliments from me to you
On this your most intriguing hat
Consider though this substitute
A bat in place of this old rat
Huh! No, no, no, now that's all wrong
This thing will never make a present
It's been dead for much too long
Try something fresher, something pleasant
Try again, don't give up

[THREE MR. HYDES]
All together, that and this
With all our tricks we're making Christmastime

[GROUP]
This time, this time
Making Christmas, making Christmas
La, la, la
It's almost here

[GROUP & WEREWOLF]
And we can't wait

[GROUP & HARLEQUIN]
So ring the bells and celebrate

[GROUP]
'Cause when the full moon starts to climb
We'll all sing out

[JACK]
It's Christmastime
Hee, hee, hee
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Santa Claus im Knast

Der Schockwellenreiter meint, nur der schräge Gossenpoet Tom Waits dürfe Weihnachtslieder singen (Video). D'accord. Aber wenn Cheech seinem Kiffer-Kumpel Chong die Geschichte des Weihnachtsmanns und seiner "alten Dame" erzählt, ist das mindestens so skurril.

Ladys and Gentlemen, hören Sie nun, warum Santa Claus nie bei Motown unter Vertrag war, wie's in der Kommune am Nordpol läuft, welches Zeugs Rentiere einwerfen müssen, um fliegen zu können - und wie das die Grenzpolizei auf den Plan ruft:



Wikipedia: "Cheech und Chong war ein Schauspielerduo, bestehend aus Tommy Chong und Cheech Marin, das in den 1970er- und 1980er-Jahren Hauptdarsteller einer mehr oder weniger erfolgreichen Filmreihe waren. Sie gelten als Pioniere des Stoner-Movie (dt: Kifferfilm), eines Filmgenres, das – wie bereits der Name vermuten lässt – vor allem durch eine komische und überzogene Darstellung des Cannabiskonsums, dessen Auswirkungen, und den Stereotypen eines Kiffers definiert ist."
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10 Bush-Momente

Muss man sich den Trottel Bush eigentlich noch antun? Ja, wenn David Letterman ihn präsentiert. Dann ist es sogar lustig:



Warum ist eigentlich der Schuhwurf nicht dabei?

[via Schockwellenreiter]
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Donnerstag, 18. Dezember 2008

Geld verändert alles

Pickelhering gibt euch was auf's Ohr und für's Auge: N.A.S.A.: "Money" (feat.David Byrne, Chuck D, Seu Jorge, Ras Congo, Z-Trip). Antikapitalistischer sound at it's best von DJ Zegon und Squeak E. Clean (a.k.a. Sam Spiegel).


Der Song stammt von dem im Februar erscheinenden N.A.S.A.-Debut-Album "The Spirit of Apollo". Das "Money"-Agit-Prop-Video enthält Arbeiten des bekannten US-Street-Art-Künstlers Shepard Fairey.
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Samstag, 6. Dezember 2008

Beschissene Politik darf einfältig sein


Ein Bodybuilder und Schauspieler als Ministerpräsident - oder sogar als deutscher Bundeskanzler? Ralf Moeller hat seine Liebe zur Politik entdeckt und will es seinem Freund Schwarzenegger gleichtun. Darüber macht sich der aktuelle "KulturSPIEGEL" lustig.

Warum eigentlich? Ist es nicht egal, ob eine Physikerin oder ein Sportler, Merkel oder Moeller das dritthöchste Amt in der Bundesrepublik einnimmt?
Klar, der politische Stil wäre ein anderer, vielleicht ein ganz anderer. Aber würde das etwas an der Politik selbst, den Inhalten ändern? Sicher nicht.

Was kann eigentlich Merkel, was der für die CDU werbende Moeller nicht kann? Das Umverteilen von Arm zu Reich kriegt der den Luxus liebende Hollywood-Schauspieler locker so gut hin wie die sich bescheidener gebende Akademikerin.

Mittlerweile beträgt die Bruttolohnquote nur noch 64,6 Prozent (1980: 73,2 Prozent). Von den rund 266 Milliarden Euro Volkseinkommenszuwachs zwischen 2001 und 2007 fielen nur knapp 63 Milliarden auf die Entgelte der Arbeitnehmer. Auf Unternehmens- und Vermögenseinkommen fiel hingegen der dickste Batzen: 203 Milliarden. Da können in den Chefetagen der Konzerne und in Villenvororten die Champagnerkorken ordentlich knallen. Was Merkel und ihr Vorgänger Schröder an sozialer Verwüstung angerichtet haben, könnte "Conan" Moeller auch.

Nun stellen Bürgerrechte für den Sozialabbau ein nicht zu unterschätzendes Hindernis dar. Also weg mit ihnen. Dafür hat Angie ihren Schäuble. Eine "Politik der harten Hand" aber liegt der Supernanny, äh sorry, dem Superbullen Moeller wahrscheinlich auch.

Nun, vielleicht ist Angie besser darin, kein wirksames Konjunkturprogramm gegen die Krise aufzulegen oder darin, die Autolobby zu bedienen. Möglich, dass die Kanzlerin geschickter ist, wenn es darum geht, den Klimaschutz auf EU-Ebene im Interesse der deutschen Industriebosse zu sabottieren - genau zu dem Zeitpunkt, an dem der UN-Klimagipfel tagt. Der wird praktischerweise dadurch gleich mit torpediert.

Pickelhering ist der festen Überzeugung, dass man für all dies keinen Doktorgrad haben muss. Eine nur mäßige schauspielerische Begabung reicht vollkommen aus - und die hat Moeller.

Der KulturSPIEGEL meint, in der deutschen Politik werde "über Parteiprogramme gestritten, die so schwer zu verstehen sind wie eine Mathematikklausur (...) Warum also nicht ein wenig mehr Schlichtheit (...) Warum nicht mehr Moeller?" Stimmt. Beschissene Politik darf einfältig sein.

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Donnerstag, 4. Dezember 2008

Klimawandel: "Willkommen im Anthropozän"

Pickelherings Lesetipp: "Willkommen im Anthropozän - Den Klimawandel kann man nicht mit dem Markt bekämpfen" von Mike Davis.
Mike Davis ist ein bekannter US-Soziologe, Historiker und Marxist, der vor allem für seine Untersuchungen urbaner Entwicklung bekannt ist. Auf deutsch erscheinen seine Bücher beim Verlag "Assoziation A", u.a. "Planet der Slums".
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Mittwoch, 3. Dezember 2008

Marx neu entdecken

In letzter Zeit ist eine Wiederbelebung des Interesses an Marx zu beobachten. Ähnlich wie in der Zeit um 1968 führt das dazu, dass sich Menschen in Kapital-Lesekreisen sammeln, um das Hauptwerk von Marx zu studieren und zu diskutieren.

Pickelherings Lesetipp: Elmar Altvaters Artikelserie "Marx neu entdecken".
Die Serie "Marx neu entdecken", die Elmar Altvater für das Magazin marx21 schreibt, möchte das Interesse an der Aneignung der Marxschen Theorie unterstützen. Sie wendet sich insbesondere an Menschen, die an Kapital-Lesekreisen teilnehmen oder es vorhaben. Marx ist nicht immer leicht zu verstehen, insbesondere die ersten Kapitel des "Kapital". Um die Behandlung der Themen zu erleichtern, dient daher die gemeinsame Diskussion in Lektüregruppen.

In dieser Artikelserie wird gezeigt, dass die Lektüre des "Kapital" keine philologische Veranstaltung ist, sondern einen Erkenntnisgewinn zur Analyse der aktuellen Krisentendenzen vermittelt.

Zur Person: Elmar Altvater ist emeritierter Professor für Politikwissenschaft. Er arbeitet im wissenschaftlichen Beirat von Attac und ist Mitglied von DIE LINKE.

Die Artikel:
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Krisenwinter?

Einer meiner Bekannten hat die berechtigte Frage gestellt, welche Auswirkungen die Finanzkrise wohl auf den Winter haben wird.

Aus marxistisch-metereologischer Sicht würde ich die Frage so beantworten: Es kommt zu einem tendentiellen Fall der Temperatur. Wobei der Doppelcharakter dieser Zustandsgröße als physikalische / thermodynamische einerseits und als "gefühlte Temperatur" andererseits zu beachten ist (doch hier ist die Dialektik kniffelig: Als phänomenologische Größe verliert die Temperatur bei Betrachtungen auf Teilchenebene nämlich ihren Sinn).
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